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Seit Herbst 2018 steht ein neuer Abschnitt in meinem Lebenslauf: Am 20. November habe ich mein Zertifikat als Alltagsbegleiter/Betreuungskraft bekommen.

Den Saiten treu geblieben – zusätzlich neu ist die Art, mit ihnen zu spielen. Foto: Mann am Klavier/Bernd Reiher/Luzie Schulz.

Die zugehörige Schulung hat mich in einige Heime geführt. Meine wichtigste Erfahrung dabei: Musik ist eine wunderbare Therapieform. Nicht nur zur Beschäftigung. Gerade gemeinsames Volksliedersingen bringt gleich drei Dinge auf Trab: Atmung, Gedächtnis und Muskulatur.

Die zweite Erfahrung: Das Klavier ist immer da, wo man es gerade am wenigsten braucht. Also habe ich in meine Zauberkiste gegriffen und meine E-Bass-Kenntnisse hervorgekramt. Denn wenn es für diesen neuen Abschnitt ein geeigneteres Instrument gibt als das Klavier, dann ist es die Gitarre.

C-Dur, G-Dur, D-Dur, F-Dur. a-Moll, e-Moll, h-Moll, d-Moll. So heißen die Akkorde, die ich seit Weihnachten auf der Klampfe übe. Rauf und runter. Kreuz und quer. Denn das sind die acht Akkorde, aus denen die meisten Volkslieder und Schlager bestehen. Solche Liedchen mitsingen zu können, zaubert den Leuten ein Lächeln ins Gesicht. Weil sie sie kennen und solche Musik Jugenderinnerungen weckt.

Eine Win-win-win-Situation: Betreuung mit Glücksmomenten, eine Arbeit mit Musik für mich und ich habe endlich die Grundzüge der Gitarre kapiert.

Nachtrag: Seit Anfang Februar setze ich mit der aktuellen Wohngruppe noch einen drauf: Wir schreiben/komponieren ein eigenes Heimlied. Der Text kommt natürlich nicht von mir, sondern von den Bewohnern.

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