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Logbuch-Eintrag, 19. Februar 2013: Satie, Ostsee, Gnossienne, Netz-Demo

Anfang Februar hat der Deutschlandfunk mir eine längst vergessene Reise an die Ostsee zurück in die Birne geholt: Es war ein Trip gen Rügen, Ostern 1991, für den die damals Angebetete eine Kassette mit Klaviermusik eingepackt hatte. Als „kleine geniale Klavierstücke“ hatte sie das bezeichnet, was sie uns in diesen Frühlingstagen immer wieder ins Autoradio schob.

Da meine Sinne damals anderweitig vernebelt, war meine Aufmerksamkeit nur von halber Natur. Als der Kölner Sender mir im Winter 2013 aber dieselben Klänge noch einmal in die Gehörgänge schob, durfte ich zwanzig Jahre nach diesem Auflug feststellen, wie recht diese Frau damals schon hatte: Tastenminiaturen – kurz und gut. Worum es geht? Klaviermusik von Erik Satie.


Direkte Folge dieses Wiederentdeckungs-Erlebnisses im Radio: Ein Such-Auftrag für Freund Google – Kennwort: „Satie Klavier“. Er lotste mich auf die Seiten des „International Music Score Library Project“, kurz imslp.org, und machte mich dabei gleich doppelt glücklich. Hier fand ich nicht nur Musik vom vormodernen Franzosen, sondern endlich auch jene Art von Netzobjekt, nach dem ich schon so lange suchte: eine Musikbibliothek für gemeinfreie Musik. Warum? Weil ich Netz-Demos brauche, meine Filmmusik wegen Lizenzfragen dafür aber nicht nutzen kann.

Bei Satie hingegen ist die Lage der Dinge ziemlich klar: Musik ist gemeinfrei, wenn der Komponist vor mehr als siebzig Jahren gegangen ist. Erik hat die hiesige Bühne zwar bereits am 1. Juli 1925 in Paris verlassen, uns aber trotzdem einige Saitenspiele da gelassen, die durchaus schon als moderne Filmmusik durchgehen könnten. Hier „Gnossienne“ Nummer eins – aufgenommen diesmal nicht mit dem Roland FP5, sondern einem „Zoom H2“-Mikrofon hängend in einem Röhnisch-Klavier.

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