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Logbuch-Eintrag, 29. Januar: Arbeitswirren bringen Musik nach YouTube – und dann doch wieder nicht (siehe Nachtrag)

Am letzten Januar-Wochenende habe ich den Spüljob in meiner einstmals geliebten Kneipe hingeschmissen. Wie bei jeder Trennung drehte sich auch diesmal in den Tagen danach das Gedankenkarussel auf Hochtouren. Es ging um tausend Dinge – auch um das Thema Klavier. Motto: Wenn Du die Weichen sowieso neu stellen musst, dann doch gleich wieder ein bisschen in Richtung Musik.

Hier war einstmals ein YouTube-Video eingebettet. Der Schnipsel ist dann nach etwas genauerer Beschäftigung doch wieder verschwunden. Foto: Bernd Reiher

Hier war einstmals ein YouTube-Video eingebettet. Nach nochmaliger Beschäftigung mit dem Urheberrechtsgesetz habe ich den Schnipsel jedoch wieder entfernt – siehe Nachtrag. Foto: Bernd Reiher

Wichtigstes Werkzeug dafür immer noch: Demo-Klänge. Natürlich auf CD, mittlerweile aber auch gern im Netz – weil man per Mail und Link darauf verweisen kann und, einstmals undenkbar, durch Suchmaschinen und Tags heute automatisch als Musikant gefunden werden kann. Daher auch dieser zaghafte erste Versuch eines Snippets bei „YouTube“.

Aber: War es nicht so, dass genau diesen Kanal der Herr eigentlich vermeiden wollte? Stimmt, dennoch gibt es auch die Möglichkeit, im Falle von Halbwissen einfach den Telefonhörer in die Hand zu nehmen, und die eventuell Bedenken tragende Stelle anzurufen.

Frage eins dabei an die Gema: „Wie ist es mit Lizenzgebühren für Demo-Stücke im Netz?“ Antwort: 25,00 Euro pro Titel und Jahr. Allerdings: Auf eigenen Servern. Frage zwei daher: „YouTube ist aber nicht mein eigener Server – wie ist es da geregelt?“ Antwort: Langes Schweigen.

Eine Auskunft, die mich so nicht befriedigt hat. Sie deckt sich aber mit Gema-Angaben, die ich online gefunden habe. Hier gibt es tatsächlich und mit gutem Grund Tarife für Demo-Musik von anderen Komponisten auf eigenen Servern, auf eine Regelung für nicht-eigene Server, sprich Portale wie „YT“, bin ich aber auch nach langer Suche nicht gestoßen.

Ergo: Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht. Wenn ich aber auch nach Telefonat und langer Online-Recherche keine konkrete Auskunft zum Thema „YouTube“ erhalten kann, muss ich davon ausgehen, dass zigtausende Klavierspieler mit ihren Videos und Audio-Schnipseln mit Musik von fremden Komponisten vielleicht doch gar nicht so illegal sind, wie gedacht. Also auch von mir dieser 30-Sekünder bei „YT“. Die endgültige Lösung für Online-Demo-Musik wird sicher anders aussehen.

Nachtrag, 6. Februar: Letztlich ist es egal, was zigtausend andere Klavierspieler machen – ich hab für mich entschieden, dass das Video wieder entfernt wird. Der Grund: Nochmalige Lektüre des Urheberrechts-Gesetzes.

Besonders eindrucksvoll dabei §106: „(1) Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten ein Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar.

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