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Logbuch-Eintrag, 10. Januar 2013: Bernd Reiher hatte eine Klavier-Stunde. Außerdem hat er seine Altersheim-Pläne über Bord geworfen, aber neue für den Sommer 2013. Und: Er hat neue Stücke auf dem Zettel.

Am 2. Januar hatte ich zum ersten Mal wieder Instrumentalunterricht – 15 Jahre nach meiner letzten Posaunenstunde beim „größten Posaunisten der Welt“ und 20 Jahre nach der letzten Hochschul-Klavier-Lektion bei Frau Ross. Ich war aufgeregt – immerhin war es auch das erste Mal, dass ich mich mit meiner selbst einstudierten Klaviermusik den kritischen Ohren eines staatlich geprüften Pianisten anvertraute.

Und? Aus der vereinbarten ersten gemeinsamen halben Stunde waren am Ende satte 70 Minuten geworden. Dabei haben wir uns grob mit zwei Stücken von Ludovico Einaudi beschäftigt – „Nuvole Bianche“ und „Password“. Zwischenstand: Nebenstimmen nicht zu stark – Stimmführung beachten. Vorsicht mit dem Pedal. Ansonsten aber: Nur Mut – weiter so. Nächster Unterricht: Ende Januar.

Der Ausgangspunkt des posaunistischen Desasters: Die AUßenstelle

Der musikalische Ausgangspunkt: Ehemalige Außenstelle der Musikschule „Ottmar Gerster“, Liebertwolkwitz. Von hier ging es mit der Posaune an die Hochschule und von dort zum Theater. In diesen Räumen 1985 aber auch ersten Klavierunterricht. Foto: br

Weitere Klavier-Notizen vom Jahresbeginn: Der Sommer 2013 ist im Anmarsch – zumindest im Künstlerkalender. Jetzt, da ich mich mit meinem Filmmusikprogramm mehr und mehr nach draußen wage, heißt es also auch im Januar wieder bei mir: Planung machen. Wo würde ich spielen wollen? Würde man mich da hören wollen? Wo passen Arsch und Eimer am besten zusammen? Und: Gibt es da überhaupt ein Klavier?

Da ich möglichst viele Nächte auch meines 42. Sommers in Brandenburg verbringen will, ist das Zielgebiet schon ziemlich klar definiert: Die meisten der in diesen halbkalten Tagen laufenden Vorgespräche beginnen also mit der Vorwahl (033…).

Vorletzte Klavier-Meldung vom Jahresanfang: Die schräge Idee mit der Klaviermusik im Altersheim habe ich in die ewigen Jagdgründe geschickt – allerdings nur, weil ich zu oft auf mangelndes Interesse in den Verwaltungen gestoßen bin. Entweder hätte ich meine eigene Technik mitbringen müssen, um mich „präsentieren“ zu dürfen. Oder ich habe schon beim Erstkontakt solche Sätze wie „Klaviermusik ist hier zu laut“ oder „Das wollen unsere Leute nicht“ gehört. Okay, wenn das die Basis ist, dann muss auch ich nicht mehr wollen.

Letzte Jahresauftakt-Notiz: Die Titelliste hat Zuwachs bekommen. Auf dem Programmzettel sind jetzt neu Einaudi´s „Berlin Song“ und Sidney Bechet´s „Petite Fleur“ zu finden. Hinter Ersterem verbirgt sich übrigens ein nahezu himmlisches Stück Musik – natürlich auch, wenn der Meister selbst es spielt.

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