Schlagwörter

, , ,

Einfach von der Kaffeerunde aufstehen, ans Klavier setzen und 45 Minuten für dreißig Leute Musik machen – ganz allein, ohne Noten und große Planerei: Was für ein Erlebnis! Besonders für einen Blechbläser! Untergekommen ist es mir Ende November bei einem Familiengeburtstag.

Für meine Reihe mit Testvorspielen, ob die Sache mit dem Bernd am Klavier auch vor Publikum funktioniert, hatte ich mir auch dieses harte Pflaster nicht erspart. Motto: Wenn Du vor den kritischen Ohren und Blicken dieser Ahnen und Tanten nicht an der Klaviatur einknickst, dann hast Du auch woanders nicht mehr viel zu befürchten.

Bernd Reiher - Selbstporträt am Klavier, 6. Dezember 2012.

Bernd Reiher – Selbstporträt am Klavier, 6. Dezember 2012.

Und? Natürlich hat nicht nur der kleine Finger gezittert, natürlich kam die schwarze Wand des Auswendig-Spielens, natürlich schlich sich dadurch manch Fehler ins Ton-Gefüge. Aber: Nichts davon hatte mich komplett aus der Bahn geworfen. Im Gegenteil: Alle Angst hatte sich, eigentlich wie immer, nach der ersten Nummer erledigt.

Während des weitaus größeren restlichen Teils dieses Auftritts wurde mir aber klar, dass ich jetzt das in Kopf und Händen habe, wonach ich mit der Posaune so lange vergeblich suchte: Endlich selber Musik machen, endlich selber als Musikant losziehen können – ohne Kollegenstress und Verwaltungsaufwand.

Der Auslöser? Zwei Nägel in einer Wand. Erst durch den Komplettausstieg ist aus dem Blechbäser ein Musikant in eigener Regie geworden. Fortsetzung folgt. Thema: Altersheim.

Werbeanzeigen